Finanzen

Break-Even-Point berechnen: Formel, Beispiel und Excel-Vorlage

Ab wann lohnt sich dein Geschäft wirklich? Genau diese Frage beantwortet der Break-Even-Point, zu Deutsch die Gewinnschwelle. Er zeigt, wie viel du verkaufen musst, damit die Einnahmen alle Kosten decken. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter Verlust. Das Konzept klingt nach Controlling, ist aber simpel und gehört in jeden Businessplan. In diesem Artikel bekommst du die Formel, ein durchgerechnetes Beispiel und eine Anleitung für die Umsetzung in Excel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Break-Even-Point ist die Gewinnschwelle: ab hier decken die Erlöse alle Kosten, der Gewinn beginnt.
  • Die Grundformel lautet: Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück.
  • Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus die variablen Kosten pro Stück.
  • Mit dem Wert prüfst du, ob ein Preis, eine Idee oder eine Investition tragfähig ist.
  • In Excel lässt sich der Break-Even mit wenigen Zellen abbilden und per Diagramm darstellen.

Was der Break-Even-Point aussagt

Der Break-Even-Point ist der Punkt, an dem dein Gewinn genau null ist. Bis dahin arbeitest du in den roten Zahlen, weil die Fixkosten noch nicht gedeckt sind. Ab dem ersten verkauften Stück darüber verdienst du. Der Wert lässt sich als Menge (Stückzahl) oder als Umsatz (Euro) ausdrücken.

Der praktische Nutzen ist groß. Du erkennst, ob ein Preis ausreicht, wie sensibel dein Geschäft auf Kosten reagiert und ob sich eine Investition über die zusätzlich nötige Menge rechnet. Im Businessplan ist er fast Pflicht, weil Banken und Förderstellen ihn erwarten. Wie er sich dort einfügt, zeigt der Beitrag Businessplan erstellen.

Die Begriffe: Fixkosten, variable Kosten, Deckungsbeitrag

Für die Berechnung brauchst du drei Größen. Sie sauber zu trennen ist der halbe Weg zur richtigen Zahl.

  • Fixkosten fallen unabhängig von der verkauften Menge an, etwa Miete, Versicherungen, Software-Abos oder Gehälter.
  • Variable Kosten entstehen pro Stück, zum Beispiel Material, Wareneinsatz oder Versand.
  • Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus die variablen Kosten pro Stück. Er gibt an, wie viel jedes verkaufte Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

Die Formel

Die Berechnung läuft in zwei Schritten. Zuerst der Deckungsbeitrag pro Stück, dann die Break-Even-Menge.

Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufspreis − variable Kosten pro Stück
Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
Break-Even-Umsatz = Break-Even-Menge × Verkaufspreis

Break-Even-Point berechnen – Finanzanalyse mit Diagrammen
Der Break-Even-Point zeigt, ab welcher Menge dein Geschäft Gewinn macht.

Rechenbeispiel mit Zahlen

Nehmen wir ein kleines Label, das eine Sorte Kerzen verkauft. Die Zahlen sind bewusst einfach gehalten.

Größe Wert
Verkaufspreis pro Kerze 20 €
Variable Kosten pro Kerze (Wachs, Docht, Glas, Versand) 8 €
Deckungsbeitrag pro Kerze 12 €
Monatliche Fixkosten (Miete, Tools, Versicherungen) 2.400 €

Eingesetzt in die Formel ergibt das:

Break-Even-Menge = 2.400 € ÷ 12 € = 200 Kerzen pro Monat
Break-Even-Umsatz = 200 × 20 € = 4.000 € pro Monat

Das Label muss also 200 Kerzen im Monat verkaufen, um seine Kosten zu decken. Jede weitere Kerze bringt 12 Euro Gewinn. Verkauft es nur 150, fehlen 50 Stück und damit 600 Euro zur schwarzen Null.

Break-Even in Excel abbilden

Du brauchst kein teures Tool, eine Tabellenkalkulation reicht. So baust du sie auf:

  1. Trage Verkaufspreis, variable Kosten pro Stück und Fixkosten in je eine Zelle ein.
  2. Berechne den Deckungsbeitrag mit einer Formel, etwa =Verkaufspreis − variable Kosten.
  3. Ermittle die Break-Even-Menge mit =Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag.
  4. Lege eine Spalte mit Mengen an (0, 50, 100 …) und berechne dazu Erlöse und Gesamtkosten.
  5. Erstelle ein Liniendiagramm. Der Schnittpunkt von Erlös- und Kostenlinie ist dein Break-Even.

Der Vorteil: Du kannst Preise oder Kosten ändern und siehst sofort, wie sich die Gewinnschwelle verschiebt.

Häufige Fehler bei der Berechnung

  • Fix- und variable Kosten vermischt: Wer Versandkosten zu den Fixkosten zählt, rechnet falsch.
  • Eigenen Lohn vergessen: Auch dein Unternehmerlohn gehört in die Kosten, sonst täuscht der Break-Even Tragfähigkeit vor.
  • Nur ein Produkt im Blick: Bei mehreren Produkten brauchst du einen Mischwert oder eine Rechnung je Produkt.
  • Statisch gedacht: Steigende Materialkosten oder Rabatte verändern den Deckungsbeitrag. Rechne regelmäßig neu.

Fazit

Den Break-Even-Point zu berechnen ist einfacher, als der Begriff vermuten lässt. Du teilst die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück und weißt, ab welcher Menge dein Geschäft Gewinn macht. Diese eine Zahl entscheidet oft darüber, ob ein Preis, eine Idee oder eine Investition trägt. Halte Fix- und variable Kosten sauber getrennt, vergiss deinen eigenen Lohn nicht und rechne neu, wenn sich Kosten oder Preise ändern. Eine schlichte Excel-Tabelle reicht dafür völlig aus.

FAQ

Was ist der Break-Even-Point einfach erklärt?

Es ist die Menge oder der Umsatz, ab dem deine Einnahmen alle Kosten decken. Darunter machst du Verlust, darüber Gewinn.

Wie lautet die Formel für den Break-Even-Point?

Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück. Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus die variablen Kosten pro Stück.

Was ist der Unterschied zwischen Break-Even-Menge und -Umsatz?

Die Menge gibt die Stückzahl an, der Umsatz den dazugehörigen Euro-Betrag. Du erhältst den Umsatz, indem du die Break-Even-Menge mit dem Verkaufspreis multiplizierst.

Muss ich meinen eigenen Lohn einrechnen?

Ja, sonst ist die Rechnung geschönt. Dein Unternehmerlohn gehört zu den Kosten, die gedeckt sein müssen, damit das Geschäft wirklich trägt.

Wie berechne ich den Break-Even bei mehreren Produkten?

Entweder du rechnest je Produkt einzeln oder du nutzt einen durchschnittlichen Deckungsbeitrag, gewichtet nach dem erwarteten Verkaufsmix. Letzteres ist gröber, aber für eine erste Einschätzung praktikabel.