Wenn sich zwei oder mehr Menschen zusammentun, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, ist die GbR oft die naheliegendste Rechtsform. Sie ist schnell gegründet, kostet wenig und braucht weder Notar noch Mindestkapital. Genau diese Einfachheit hat aber einen Preis: Die Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen. Dieser Artikel zeigt, wie du eine GbR gründest, was sie kostet, warum ein Gesellschaftsvertrag wichtig ist und für wen sie sich eignet. Da es um rechtliche Fragen geht, bleibt die Darstellung allgemein.
Das Wichtigste in Kürze
- Die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen.
- Sie ist unkompliziert und günstig: kein Mindestkapital, kein Notar, kein Handelsregistereintrag nötig.
- Der große Nachteil ist die Haftung: Die Gesellschafter haften grundsätzlich auch mit ihrem Privatvermögen.
- Ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag ist nicht Pflicht, aber dringend zu empfehlen.
- Angemeldet wird die Tätigkeit über das Gewerbeamt oder, bei freien Berufen, direkt beim Finanzamt.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Für deinen konkreten Fall solltest du im Zweifel eine fachkundige Stelle hinzuziehen.
Was ist eine GbR?
Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz GbR, ist die einfachste Form, zu mehreren zu gründen. Sie entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen, etwa ein kleines Unternehmen, eine Praxisgemeinschaft oder ein gemeinsames Projekt.
Das Besondere: Eine GbR kann formlos entstehen, oft sogar unbewusst. Sobald zwei Personen gemeinsam unternehmerisch tätig werden, liegt rechtlich schnell eine GbR vor. Welche Rechtsform am besten zu deinem Vorhaben passt, ordnet der Beitrag Rechtsform für Startups ein.
So gründest du eine GbR
Der Ablauf ist deutlich schlanker als bei einer Kapitalgesellschaft wie der UG.
- Partner und Zweck festlegen. Klärt gemeinsam, was ihr vorhabt und wer welche Rolle übernimmt.
- Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Nicht Pflicht, aber dringend empfohlen. Er regelt Beiträge, Gewinnverteilung und den Umgang mit Konflikten.
- Tätigkeit anmelden. Ein Gewerbe meldet ihr beim Gewerbeamt an. Freie Berufe melden sich direkt beim Finanzamt.
- Steuerliche Erfassung. Das Finanzamt vergibt eine Steuernummer für die Gesellschaft.
Einen Notar oder einen Eintrag ins Handelsregister braucht die klassische GbR in der Regel nicht.

Was kostet die Gründung einer GbR?
Die GbR ist eine der günstigsten Rechtsformen überhaupt. Es gibt kein Mindestkapital, und die größten Kostenblöcke anderer Rechtsformen, Notar und Handelsregister, entfallen. Übrig bleiben vor allem die Gebühr für die Gewerbeanmeldung sowie gegebenenfalls Kosten für einen anwaltlich geprüften Gesellschaftsvertrag. Wer den Vertrag professionell aufsetzen lässt, investiert hier zwar etwas, beugt aber späteren Streitigkeiten vor. Die genauen Beträge hängen vom Einzelfall ab.
Warum der Gesellschaftsvertrag so wichtig ist
Auch wenn die GbR ohne schriftlichen Vertrag entstehen kann, ist ein solcher dringend zu empfehlen. Ohne klare Regeln gelten die gesetzlichen Standardregeln, die selten zu eurer konkreten Situation passen. Ein guter Vertrag regelt unter anderem:
- die Einlagen und Beiträge der einzelnen Partner,
- die Verteilung von Gewinn und Verlust,
- die Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse,
- den Umgang mit dem Ausscheiden eines Partners oder Streitfällen.
Gerade beim Thema Trennung erspart ein klarer Vertrag im Ernstfall viel Ärger und Geld.
Der entscheidende Nachteil: die Haftung
Der größte Unterschied zur UG oder GmbH ist die Haftung. In einer GbR haften die Gesellschafter grundsätzlich unbeschränkt, also auch mit ihrem Privatvermögen. Hinzu kommt, dass jeder Gesellschafter in der Regel für die Schulden der Gesellschaft in voller Höhe einstehen muss. Wer ein Geschäft mit höheren Risiken plant, sollte deshalb gut abwägen, ob eine haftungsbeschränkte Form nicht besser passt.
Für wen sich die GbR eignet
Die GbR passt gut zu kleinen, risikoarmen Vorhaben mit mehreren Beteiligten, etwa einer gemeinsamen Dienstleistung, einer Bürogemeinschaft oder einem Nebenprojekt. Sobald aber höhere Risiken, größere Investitionen oder externes Kapital ins Spiel kommen, wird eine haftungsbeschränkte Form meist sinnvoller.
Fazit
Die GbR ist die einfachste und günstigste Art, zu mehreren zu gründen: kein Mindestkapital, kein Notar, schnelle Anmeldung. Dieser Einfachheit steht die unbeschränkte Haftung mit dem Privatvermögen gegenüber, die du nicht unterschätzen solltest. Setze unbedingt einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag auf, auch wenn er nicht Pflicht ist. Für kleine, risikoarme Vorhaben mit Partnern ist die GbR ideal. Bei höheren Risiken lohnt der Blick auf eine haftungsbeschränkte Alternative.
FAQ
Wie viele Personen braucht man für eine GbR?
Mindestens zwei. Sobald sich zwei oder mehr Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen, kann eine GbR entstehen, teils sogar ohne ausdrückliche Vereinbarung.
Braucht eine GbR einen Notar?
In der Regel nicht. Die klassische GbR kommt ohne Notar und ohne Handelsregistereintrag aus. Das macht sie besonders schnell und günstig zu gründen.
Wie haften die Gesellschafter einer GbR?
Grundsätzlich unbeschränkt, also auch mit dem Privatvermögen. In der Regel haftet jeder Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft in voller Höhe.
Ist ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag Pflicht?
Nein, aber dringend zu empfehlen. Ohne Vertrag gelten die gesetzlichen Standardregeln, die selten zur konkreten Situation passen. Ein klarer Vertrag beugt Streit vor.
Wann sollte ich statt einer GbR eine UG oder GmbH gründen?
Vor allem dann, wenn höhere Risiken, größere Investitionen oder externes Kapital im Spiel sind. Dann kann eine haftungsbeschränkte Form trotz höheren Aufwands die bessere Wahl sein.